Radfahren in Südafrika – einige Tipps von Claudia

Anfang des Jahres hat unsere Botschafterin Claudia Rier @Claudiafromthedolomites am weltweit größten Straßenradrennen “The Cape Town Cycle Tour” teilgenommen. Heute erzählt sie uns, wie sie Südafrika erlebt hat, welche Orte sie besonders schön fand und welche ihre Liebling – Radrouten waren. Hier ist ihr Bericht:

 

Lion’s Head

Am ersten Tag meines Aufenthalts in Südafrika verließ ich mein Hotel um 18.00 Uhr, um zum 669 Meter hohen Lion’s Head hinaufzulaufen. Oben angekommen war ich sprachlos über die 360º-Aussicht. Einfach atemberaubend. Was ich nicht wusste, war, dass der Lion’s Head ein Wallfahrtsberg für die Anbeter des Sonnenuntergangs ist. Das wurde mir bald klar, als immer mehr Bergbegeisterte den Gipfel erreichten. Viele waren mit Snacks und Getränken ausgerüstet und bereiteten sich darauf vor, den Sonnenuntergang über ein paar Stunden zu geniessen. Auch ich kam ungewollt in den Genuss dieses Erlebnisses.. Ich traf ein Geschwisterpaar aus Wellington, das mich spontan auf eine Flasche MCC (den Schaumwein aus Südafrika, Methode Cape Classique), eine Flasche Weißwein und eine Flasche Rotwein einlud. Wir aßen Bitong-Fleisch und andere Snacks und genossen dabei das Spektakel.

 

Der Tafelberg

Dies ist DER Berg in Kapstadt. Er ist sozusagen der Schlern* Südafrikas 😉 Wenn man ihn vom Blouberghstrand aus betrachtet, ähnelt der Tafelberg sehr stark dem Schlern und seinem Santner!

Für einige Tage wurde der Tafelberg zu meinem Hausberg. Jeden Tag vor dem Frühstück bin ich hinaufgelaufen, zweimal auf dem Weg durch die Platteklip-Schlucht und die anderen Male durch das India Venster, das direkt unter der Seilbahn verläuft. Der India-Weg ist der anspruchsvollste, weil er ein bisschen Kletterei beinhaltet, fast ein leichter Klettersteig, wie wir sagen würden. Mir gefällt dieser Weg besser, weil er abwechslungsreicher ist. Die Flora und Fauna hier ist fantastisch, allein auf dem Tafelberg gibt es mehr verschiedene Pflanzenarten als im gesamten Vereinigten Königreich. Auch das Panorama auf dem Tafelberg ist atemberaubend. Man steht auf dem Berg und sieht unter sich die Stadt, die gerade erwacht, und den Atlantischen Ozean. Es war wirklich ein ganz besonderer Ort dort!

* Schlern: berühmter Berg in den Dolomiten

 

 

Radfahren in den Winelands

Ich bin 4 intensive, aber wunderschöne Rennradtouren in den Winelands von Kapstadt mit dem lokalen Radreiseveranstalter Cape Cycle Tours gefahren. 

Am ersten Tag fuhren wir von Kapstadt nach Stellenbosch, 102 km mit 700 Höhenmeter. Die Straßen hier in Südafrika sind perfekt asphaltiert und fast überall gibt es einen fast 2 Meter breiten Streifen neben den beiden Fahrspuren, auf dem man sogar nebeneinander radeln kann. Wir radelten durch die Weingüter von Durbanville zur größten Universitätsstadt des Landes, Stellenbosch. Dort checkten wir im kleinen Eendracht Hotel ein und hielten am Nachmittag beim renommierten Weingut Delaire Graff und dem noblen Tokara für eine Weinprobe an.

Am nächsten Tag radelten wir in 114 km und 1100 Höhenmeter über Umwege von Stellenbosch nach Franschhoek, vorbei am Victor Vetter Gefängnis, in dem Nelson Mandela 1990 inhaftiert war. Unser Zwischenstopp dort war das LAB Hotel. Franschhoek ist bekannt für seine Weingüter wie La Motte, Le Petite Ferme oder Colman, ein reiner Schaumweinhersteller, der hier MCC Methode Cape Classique genannt wird. Aber auch coole Brauereien sind hier sehr angesagt, wie TukTuk oder Hey Joe Brewery.

Auf Tag 3 habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, denn wir sind über den berühmten Franschhoek-Pass geradelt, der 1833 vom Royal African Corps gebaut wurde: 7,3 km lang mit einer Steigung von 6,3% nach Hermanus, 104 km und 1600 Höhenmeter. 

Hermanus ist sehr berühmt für Walbeobachtungen im November/Dezember. Wir checkten im Windsor Hotel Hermanus ein, das direkt am Meer liegt, und fuhren direkt zum Essen/Wein-Pairing zum berühmten Crescent Weingut in den Weinhügeln im Hinterland von Hermanus.

Zu guter Letzt radelten wir am 4. Tag entlang der Küste von Hermanus nach Gordon’s Bay mit 82 km und 1000 Höhenmeter. Die Berglandschaft, das Meer am Horizont, das Kap… es war wirklich schön, an der Küste entlang zu radeln.

Nach einer Erfrischung und einem Snack ging es zurück nach Kapstadt, um mich auf die Kapstadt-Radtour einzustimmen.

 

Capetown Cycle Tour

Die Tour ist das größte Straßenradrennen der Welt, mit 110 km und 1500 Höhenmeter. In diesem Jahr (2022) hatte es 22.000 Teilnehmer, eine Hälfte der üblichen Kapazität von 40.000 aus COVID-Gründen.

Die Capetown Cycle Tour ist wie ein Volksrennen. Neben den Elitefahrern, die um 06:00 Uhr starten, nehmen auch die Einheimischen teil, die nicht so oft im Sattel sitzen. Alle Straßen sind von 05:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr in ganz Kapstadt und bis zum Kap gesperrt. Wir sind auf dem 4 sperrigen Highway dorthin geradelt. Ich war bereits seit fast 3 Wochen in Südafrika und hatte noch keinen Tag mit Regen erlebt. Es war immer nur Sonnenschein, traumhaft! Doch was passierte am Sonntagmorgen während der Kapstadt-Radtour? Es goss in Strömen!

Es kam mir nie in den Sinn, nicht teilzunehmen. Da ich eine sehr gute Startnummer hatte, konnte ich in der 2. Startgruppe direkt hinter den Profis starten. Auf dem Weg von meinem Gästehaus zum Start war ich natürlich bereits klatschnass, aber das war mir egal, denn es war ja nicht so kalt. Ich war noch nicht ganz im Startblock angekommen, da hatte mich das Rennfieber schon gepackt. Die Stimmung der Radfahrer und Radfahrerinnen, die Musik, die uns anspornte, diese Atmosphäre! So toll, ich war bereit! Es regnete und regnete und hörte bis zur Ziellinie nicht mehr auf.

Ich war gut drauf und konnte mich glücklicherweise immer wieder an eine Gruppe anhängen, denn es gab oft richtig starke Windböen. Leider konnte keiner der Radfahrer an diesem Tag die wunderbare Landschaft, die Ausblicke und das Meer richtig genießen. Wir fuhren den berühmten Chapman Peak Drive hinauf, ohne überhaupt eine Aussicht zu haben aufgrund des schlechten Wetters. Auf den Abfahrten kamen einige Radfahrer vor mir zu Sturz, nichts Schlimmeres zum Glück, aber es zeigte, dass es nicht ideal war auf einer regennassen Straße mit den schmalen Rennrädern Vollgas zu fahren. Auf den Abfahrten hielt ich mich mit der Geschwindigkeit entsprechend zurück und ließ mich von den Zuschauern entlang der Strecke anfeuern, um dann glücklich mit einer Zeit von 3:45 Stunden die Ziellinie zu überqueren!

Da ich meinen Aufenthalt verlängert habe, fuhr ich die Tour dann bei schönem Wetter nocheinmal! 

Entdecke die komplette SHER Bekleidung die Claudia mit sich nach Südafrika mitgenommen hat: 

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